"Fantasy Island"
Filmbewertung: keine Wertung
Starttermin: 20.02.2020
Regisseur: Jeff Wadlow
Schauspieler: Maggie Q, Michael Peña, Lucy Hale
Entstehungszeitraum: 2019
Land: USA
Freigabealter: 16
Verleih: Sony Pictures
Laufzeit: 109 Min.
Lucy Hale im Interview
Lucy Hale im Interview
"Ich weiß, was es bedeutet, Außenseiter zu sein"
Als Aria Montgomery in der Drama-Serie "Pretty Little Liars" eroberte Lucy Hale die Herzen der Zuschauer. Mittlerweile ist die 30-jährige Schauspielerin aus der Film- und Fernsehwelt nicht mehr wegzudenken - vor allem nicht aus dem Horror-Genre. Nachdem sie in "Wahrheit oder Pflicht" zum ersten Mal mit Regisseur Jeff Wadlow zusammenarbeitete, war für sie klar, dass sie blindlings alles annimmt, was aus der Feder des Filmemachers stammt. Schon am Set der Produktion hatte Wadlow die Idee zu "Fantasy Island". Hale willigte ohne zu zögern ein und rächt sich nun ab 20. Februar als Melanie auf der Kino-Leinwand an einer Person aus ihrer Vergangenheit. Im Interview spricht die in Memphis, Tennessee, geborene Schauspielerin über ihre Mobbing-Erfahrungen und verrät, warum sie während der Dreharbeiten zu "Fantasy Island" auf einem Boot wohnen musste.

AZ: Mrs. Hale, stimmt es, dass Sie während der Dreharbeiten zu "Fantasy Island" zusammen mit den anderen Schauspielern auf einem Boot lebten?

Lucy Hale: Wir drehten auf einer einsamen Insel in der Nähe von Fidschi, wo es keine Hotels gibt. Deshalb lebten wir auf einem Boot, natürlich jeder in seinem eigenen Zimmer. Die meisten aus unserer Filmcrew kamen aus Neuseeland. Die wissen, wie man Partys steigen lässt. Abends hatten wir immer eine Deck-Party. Einen Abend veranstalteten wir ein Krabben-Rennen und haben Geld gesetzt. Einer hat sogar tatsächlich 500 US-Dollar gewonnen. Wir hatten so viel Spaß!

AZ: "Fantasy Island" ist eine Insel, auf der eher untypische Träume wahr werden. Welche Wünsche haben Sie selbst?

Hale: Ich würde gerne fliegen können, und vor allem würde ich gerne Elvis Presley kennenlernen. Ich bin ein ganz großer Fan von ihm.

AZ: Und Ihre Wünsche als Schauspielerin?

Hale: Ich würde gerne etwas drehen, das im viktorianischen Zeitalter spielt. Ich liebe diese Kleidung von damals. In einem engen Korsett zu drehen, das wäre ein Traum.

AZ: Ein großes Thema, das der Film anschneidet, ist Mobbing.

Hale: Ja, leider ist es heutzutage tatsächlich ein großes Thema. Vor allem durch die sozialen Medien und Online-Mobbing. Leute bekommen dadurch eine Macht, die sie normalerweise nie hätten. Doch am Ende verstecken sie sich einfach vor sich selbst. Ich selbst hatte auch ein Problem damit, als ich noch jünger war. Gott sei Dank war es nicht so schlimm wie im Film, aber ich weiß, was es bedeutet, der Außenseiter zu sein. Mobbing kann ein Leben total verändern und sich auch ein Leben lang im Gedächtnis eines Menschen festsetzen. Leider wird es oft zu einem Teufelskreis, aus dem man nur schwer wieder entkommen kann.

AZ: Haben Sie einen Ratschlag für Menschen, die so etwas erleben?

Hale: Mein einziger Ratschlag ist: Leute, setzt gesunde Grenzen. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Leute, die dich verletzen, es wahrscheinlich nur tun, weil sie selbst aus einem Grund verletzt sind und genau diese Schmerzen verbreiten möchten. Ich wünschte, ich hätte eine bessere Antwort oder eine Lösung, wie man aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.

"Mir fehlt nichts zum Glücklichsein"

AZ: Ist es schwer zu merken, welche Leute nur neben Ihnen glänzen wollen?

Hale: Ich checke das meist schnell und habe gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören. Damit kann ich die Absichten eines Menschen ziemlich gut einschätzen. Vielleicht macht mich das auch deshalb zu einer guten Schauspielerin (lacht). Natürlich gab es auch schon jemanden, vielleicht sogar zwei, bei denen ich es nicht so schnell gemerkt habe. Doch am Ende checke ich, was abgeht. Die Wahrheit kommt am Ende immer ans Licht. Und ganz wichtig ist es auch, Freunde zu haben, die einen unterstützen.

AZ: Was unternehmen Sie gerne mit Ihren Freunden?

Hale: Die meisten meiner Freunde sind kreativ, so wie ich. Und sie sind, wie ich auch, sehr beschäftigt. Wenn wir uns treffen, unternehmen wir deshalb meist nicht viel. Wir unterhalten uns, bestellen uns etwas zu essen oder schauen Serien auf Netflix an. Was ich auch liebe: einen spontanen Wellness-Wochenend-Trip nach Ohio oder Santa Barbara zu machen.

AZ: Was für Netflix-Serien schauen Sie momentan?

Hale: Ich liebe Dokus über Verbrecher. Aber meine Favoriten gerade sind "Schitt's Creek" und "Cheer" - da werden die besten Cheerleader der Nation vorgestellt.

AZ: Waren Sie selbst Cheerleaderin?

Hale: Nein. Während der Highschool wurde ich von Zuhause aus unterrichtet, und zur Uni bin ich auch nicht gegangen.

AZ: Dann hatten Sie gar keinen Abschlussball?

Hale: Doch, ich war sogar gleich zweimal (lacht). Zwei meiner Freunde haben mich als ihr Date eingeladen.

AZ: Glauben Sie, dass Sie etwas in Ihrer Jugend verpasst haben?

Hale: Ich habe sicherlich viele Dinge verpasst, an die andere Jugendlichen tolle Erinnerungen haben. Natürlich werde ich nie ein Klassentreffen haben. Aber dafür habe ich auch Dinge erlebt, die andere nicht kennen. Ich wusste schon damals ganz genau, was ich wollte: Ich wollte genau die Karriere, die ich jetzt habe. Deshalb fehlt mir auch nichts zum Glücklichsein. Das alles war ein Traum von mir, seit ich klein war, und ich habe meinen Traum verwirklicht.

Von Rachel Kasuch